Museum
Stoomgemaal Halfweg

Polder und Sammelbecken 

Polder sind Gebiete - oft Seen - die künstlich trockengelegt worden sind. Dadurch daß der Boden im Polder tiefer liegt als das umliegende Land, müssen Regen- und Sickerwasser mit mechanischen Hilfsmitteln abgepumpt werden. Ursprünglich wurden dazu Windmühlen benutzt, später mit Dampfkraft betriebene Pumpwerke und noch später Elektro- oder Diesel-Pumpwerke. 

Das aus dem Polder abgepumpte Wasser gelangt zunächst in ein Sammelbecken. Das ist ein System von miteinander verbundenen Seen, Kanälen und Flüssen. Je größer die Oberfläche des Systems, desto größer ihre Speicherkapazität. Aus dem Sammelbecken wird das Wasser anschließend durch andere Pumpwerke ins Meer geführt. 

Pumpwerke 

Polderpumpwerke halten Polder trocken, Sammelbeckenpumpwerke halten die Sammelbecken auf Niveau. Gewisse Pumpwerke wurden gebaut mit dem einzigen Zweck einen See trocken zu legen, um danach einige Zeit als Polderpumpwerk zu fungieren und dann schließlich abgebrochen zu werden. Ein Beispiel dafür ist Cruquius, eine der drei Pumpstationen die das Haarlemmermeer trockengelegt haben. Glücklicherweise ist Cruquius vor dem Abriß gerettet worden, und seine originale Dampfmaschine aus dem Jahre 1849 heute noch bewundert werden. Mit Dampf funktioniert sie allerdings nicht mehr.

Dampfpumpwerk Halfweg (1852) war ein Sammelbeckenpumpwerk. Zur Deckung des großen Sammelbeckengebietes, bestehend aus etwa 200 Poldern und Seen, wurden Dampfpumpwerke in Spaarndam, Halfweg, Gouda und Katwijk gebaut. Dampfpumpwerk Halfweg wurde auch vor dem Abriß gerettet. Und obwohl es nicht mehr zur Regulierung des Wasserniveaus dient, wird an etwa 12 Tagen pro Jahr der Kessel wieder angefeuert. Dann ist das Zischen des Dampfes wieder zu hören und das Pumpwerk mit seinen riesigen Schaufelrädern läuft wieder mit Dampf. Aber auch wenn es still steht, können Besucher die Exponate im Museum und den Anblick der schönen und imposanten Maschinerie bewundern.